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Leseprobe

"Es ist dir von der Gesellschaft gegeben worden, es ist eine Mitgift der Gesellschaft - der Politiker, Priester, Eltern, Pädagogen. Sie gaben dir all diese Gesichter, damit dein Leben möglichst reibungslos abläuft. Sie nahmen dir deine Wahrheit und gaben dir einen Ersatz dafür. Und weil du all diese Ersatzgesichter hast, weißt du nicht mehr, wer du wirklich bist. Du kannst dir selbst nicht trauen. Du weißt nicht genau, welches dieser Gesichter dein eigenes ist.", Osho, Das Buch vom Ego

Auf den folgenden Seiten möchte ich einen Einblick in meine Denk- und Arbeitsweise anbieten, der es meiner Leserin und meinem Leser ermöglicht, für sich ein belastbares Gefühl zu entwickeln, ob sich beides richtig und stimmig für die eigene, subjektive Wahrnehmung anfühlt. Dabei werde ich so ungeschminkt, wie mir irgend möglich, die Karten auf den Tisch legen. Denn das wohl wichtigste Kriterium, ob die kommenden Inhalte für den eigenen Weg in das Abenteuer, das der Buchtitel mutig zu beschreiben versucht, in Erwägung gezogen werden, ist zweifellos das kleine Wörtchen Glaubwürdigkeit.

Mir ist sehr bewusst, welch schlechten Ruf die Coaching-Szene genießt und dass sie sich diesen Ruf hart erarbeitet hat. Ein Grund, warum ich mich entschieden von dieser Szene methodisch und inhaltlich distanziere. Mein Austausch mit Vertretern dieser Szene war im besten Fall unglücklich und ließ das Gefühl zurück, dass es sicher viele gibt, die es sehr ernst meinen sowie wirklich auf Entwicklungswegen helfen möchten – und ich verwende an dieser Stelle sehr bewusst das Wort helfen – dabei aber im Zweifel über die eigenen, unaufgearbeiteten Themen stolpern und oft unbeabsichtigt mehr als fragwürdig vorgehen. Am Ende dieses Buches zeige ich durch ein Beispiel auf, dass das in der Regel keine böse Absicht ist. Was nichts daran ändert, dass es die Regel ist, nicht die Ausnahme.

Wichtig ist mir, bei allem, was ich tue und vertrete, den Dingen ins Auge zu sehen und das Kind beim Namen zu nennen. Ich spreche inzwischen fließend Klartext und das kompromisslos. Vor allem erzähle ich Menschen nicht, was sie hören wollen. Sehr wohl wissend, dass das den Kreis meiner Zuhörer und Leser drastisch minimiert. Aber das ist im Zweifel der Preis für Klarheit und Authentizität. Ein Preis, den ich gerne bereit bin zu zahlen. Wem das zu radikal ist, der findet im Coaching-Markt unzählige Vertreter, die jedem nach dem Mund reden und erzählen, was sie oder er hören möchte. Mit erlernten Phrasen, die sich kompetent anhören und vor einer wirklichen Veränderung bewahren, aber vor allem die eigenen Defizite zudecken sollen. Wer das sucht, wird es bei mir definitiv nicht finden.

Aber warum finde ich den Titel meines Buches Potentialentfaltung mutig?

Zum einen, weil der Begriff irgendwie furchtbar abgegriffen auf mich wirkt und einer Sau gleicht, die erschöpft in einer Ecke liegt, weil sie so oft durch das Dorf der Coaching-Schlagworte getrieben wurde, dass das arme Tierchen vor Entkräftung nicht anders kann, als den Dienst zu verweigern. Zum anderen, weil der Begriff sehr viel Spielraum für individuelle Interpretation zu bieten scheint. Manche sehen in ihm vor allem den Weg zu Macht und Erfolg. Bei vielen schwingt in jedem Fall die Hoffnung auf ein besseres Leben mit. Wieder andere erhoffen sich den Pfad in spirituelle Sphären, der sie letztlich in die Erleuchtung führt.

Nun, all diese Verständnisse sind meiner Erfahrung nach nicht falsch, denn sie beschreiben vor allem persönliche Ziele. Aber meine eigene Erfahrung ist auch, dass sich so geartete Ziele verändern, wenn wir uns wirklich auf den Weg machen und anfangen, uns selbst aufrichtig zu begegnen. Denn solche Ziele beschreiben wiederum vor allem Bedürfnisse, die ihnen zugrunde liegen und derer wir uns oft selbst nicht wirklich im Klaren sind, weil diese Bedürfnisse ihrerseits wiederum die Konsequenz unbewusster Muster sind. Also Muster, die uns steuern, ohne, dass wir sie als solche spüren. Die persönlichen Ziele verheißen uns Besserung der eigenen Situation und – wichtig in diesem Zusammenhang, wie ich finde – des Empfindens für uns selbst.

Ist es nicht eine schöne Vorstellung, die eigenen Potentiale voll zur Entfaltung und es dadurch zu einem höheren Einkommen, vielleicht mehr Macht sowie Einfluss zu bringen, die uns wiederum der allgemeinen Anerkennung oder sogar Bewunderung versichern? Nicht zuletzt Bewunderung für die edlen, weil teuren und angesagten Dinge, die wir uns mit diesem Geld leisten könnten … vielleicht dämmert es schon einigen, wo die Reise hingeht. Aber bevor wir richtig einsteigen, ist mir etwas sehr, sehr wichtig, das mir auf meinem Weg über eine sehr geschätzte Freundin begegnet ist und das ich seither als quasi Präambel vor mir hertrage. Wer eines meiner Webinare erlebt hat, weiß, was jetzt unvermeidlich kommt.